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Strohwitwer Aristo schreibt seinem Frauchen einen Brief

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Mein geliebtes Frauchen!

Juhu, Du bist wieder da!!
Ich hab’ Dich ganz doll vermisst!!
Endlich kann ich wieder mit Dir kuscheln!!

4 Wochen warst Du in Kur!
Sooo lange war ich allein!

Doch ich verstehe Dich, es musste sein!
Du hast ja auch für „Vertretung“ gesorgt.
Ich will Dir nun mal erzählen, wie das so gewesen ist.
Annette

Also, am ersten Tag, als Annette die Wohnungstür aufschloss, habe ich mich sofort auf den weichen Teppich geworfen. Entzückt von meiner Anmut hat sie sich sogleich niedergekniet, mich zärtlich gestreichelt und gekrault. Nach ein paar Augenblicken bin ich aufgestanden, ein paar Schritte gegangen und hab mich wieder hingeworfen – und Annette kraulte und streichelte mich, drückte ihre Nase in mein Fell – ich habe geschnurrt wie ein Weltmeister! War das schön!

So ging das mehrmals auf dem Weg ins Wohnzimmer.

Ich hab sie erst einmal geführt – ich war mir ja nicht sicher, ob sie den Weg noch kannte.

Na ja, und dann haben wir erst einmal ordentlich gespielt – Handtuch über den Kratzbaum, ich dahinter, Annette mit dem Federbusch auf der anderen Seite. Und dann ging’s auf zum wilden Fangen – Rechts – Links – Mitte – und ich immer draufgehalten! Toll war das! Doch Fangenspielen ohne echte Maus macht hungrig. So habe ich mein Pflege-Frauchen in die Küche gelotst!

Also, ich muss schon sagen, dass mit der Mikrowelle hat sie prima hingekriegt – nicht einmal war das Essen zu heiß oder kalt. Sie hat mich auch auf meinen Essplatz gehoben. – Na ja, ich kann das ja auch alleine. Doch als älterer Herr ist es schon ganz angenehm, mal getragen zu werden! Obwohl – Selbständigkeit hat auch etwas für sich.

Während ich dann gegessen habe, hat sie Hausarbeit gemacht – Schälchen spülen, Klöchen sauber machen, Streu auffegen, Streu erneuern. Ja, sie weiß, wir, das Katzengeschlecht lieben peinliche Sauberkeit.

Ja, und dann ging es wieder ins Wohnzimmer zum Knuddeln – doch halt, vorher musste ich mich ordentlich putzen. Das gehört sich so, wenn man zu einer Dame geht!

Annette hat sich dann auf Deinem schönen Sofa niedergelassen, die Füße auf den Hocker gelegt und mich eingeladen, es mir auf ihrem Schoß bequem zu machen. Und wie gern ich die Einladung angenommen habe! Sie hat ihre Hand auf mein Fell gelegt, mich gestreichelt und gekrault und ich habe ordentlich getretelt und geschnurrt vor lauter Wonne. Aber unter uns gesagt, sie sollte sich besser eine dickere Hose anziehen! Ich komme dabei so leicht auf ihre Haut. Es tut mir leid, ich möchte sie eigentlich gar nicht pieksen!

So saßen wir eine ganz lange Weile und genossen die gegenseitige Wärme. Bis mir Annette erzählte, bei ihr zuhause wäre Kater Timmy – und der würde jetzt auf sein Abendbrot warten.

Da habe ich sie dann ziehen lassen, ich will es mir ja mit ihm nicht verderben!

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Das war ein Freitag – am nächsten Tag und die folgenden Wochen kam sie immer ganz pünktlich zu mir. Wir haben gekuschelt, gespielt ... es waren schöne Stunden. Doch ständig hatte ich im Hinterkopf, dass Du ja bald wieder kommst!!

Die folgende Zeit habe ich sie dann nicht mehr ins Wohnzimmer führen müssen. Sie wusste den Weg alleine. Ich habe sie nur noch an der Tür abgeholt, mal die Nase rausgestreckt. Begrüßung mit Rolle seitwärts, Nase ins Fell, zärtlich streicheln. Später habe ich ihr aber noch das Schlafzimmer und das Esszimmer gezeigt.

Im Esszimmer haben wir mal lange Zeit zusammen die Aussicht auf unsere Nachbarschaft genossen. Annette hat mir erzählt, was da alles so los war. – Ich hab sie gelassen – aber ich habe das doch alles selbst gesehen! Sie hat mich dabei aber auch unablässig gestreichelt, auch mit ihrer Stimme – und ich habe ganz doll schnurren müssen.

Jeden Tag gestaltete ich nun etwas anders – eine andere Reihenfolge, ein anderes Spielchen, einmal kuscheln in der Diele auf dem weichen Teppich, einmal im Esszimmer, dann im Wohnzimmer, Luft schnappen auf dem Balkon ...

Also, am Dienstag – ich weiß es noch, weil mir da auch die Mücke begegnet ist – war ich auf meinem Klöchen – (an sich ein stiller Ort) – da kam Annette doch tatsächlich mit dem Staubsauger an. Nur mit dem ganz kleinen Gerät, - aber immerhin.

Vor lauter Schreck konnte ich meine Aufgabe dort nicht zu ende führen und bin schnurstracks ins Esszimmer gespurtet. Schuldbewusst kam sie hinterher – da habe ich sie erst mal ordentlich ausgeschimpft. Sie hat sich entschuldigt und mich zärtlich gestreichelt – da konnte ich ihr einfach nicht mehr böse sein.

Ja, und dann war noch etwas. Dass ich die Reihenfolge verändern kann ist klar, es ist ja mein Revier! Doch da hat Annette am Freitag wirklich die Toiletten-Begehung vor meine Mahlzeit gesetzt! Das war einfach ein starkes Stück! Musste ich doch wieder schimpfen! Doch sie meint es nicht böse, kam sie doch ganz schnell in die Küche, hat mich besänftigt und getröstet – und dann ganz schnell mein Menü zubereitet.

Ach, Frauchen, mach Dir darüber keine Gedanken. Falls Du noch mal verreisen solltest, ich hoffe nicht so bald, und Annette versorgt mich wieder, dann hat sie ja für die Zukunft gelernt!

Zum herzlichen Willkommen schenken wir Dir nun etwas Süßes – Selbstgebackenes!

Guten Appetit!

Ja – und jetzt will ich aber mit Dir kuscheln!!!

„Maunz – maunz“!!!

Dein Aristo-Cat
Aristo3

Während Annette Aristo betreut bin ich - Timmy - allein zuhause:

Timmy3
Timmy2
Timmy1
Keiner spricht mit mir! Schafe sind langweilig! Ich mache eine Aromatherapie!
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